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Bahn sieht sich "voll auf Kurs"

31.03.2006 Die Deutsche Bahn sieht sich "voll auf Kurs" in Richtung Kapitalmarkt und hofft dabei weiter auf einen Börsengang mit einem in das Unternehmen integrierten Schienennetz. "Wir haben das beste Ergebnis in unserer Unternehmensgeschichte erwirtschaftet", sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Freitag in Berlin auf der Bilanzkonferenz.
Die Bahn habe im vergangenen Jahr nicht nur ihr Ergebnis gesteigert, sondern auch mehr Verkehr auf die Schiene geholt, erläuterte Mehdorn. Die Zahl der Reisenden im Schienenpersonenverkehr habe sich um über fünf Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Menschen erhöht. Pro Tag seien das 4,9 Millionen Fahrgäste. Die Logistiksparte sei zudem durch die Übernahme des US-Logistikkonzerns Bax Global gestärkt worden.

Im vergangenen Jahr stieg das Betriebsergebnis der Bahn den Angaben zufolge auf 448 Millionen Euro. Damit sei das interne Ziel um zwölf Prozent übertroffen worden. Unter dem Strich habe sich ein Nettoergebnis von 611 Millionen nach 180 Millionen Euro im Vorjahr ergeben. Der Umsatz habe sich um 4,6 Prozent auf 25,1 Milliarden Euro erhöht. Die Finanzschulden seien um 1,5 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro verringert worden.

Auch in diesem Jahr sieht Mehdorn den Konzern "gut unterwegs". Für 2006 soll der Umsatz unter Berücksichtigung der erstmaligen Einbeziehung von Bax Global auf rund 28 Milliarden Euro steigen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde um 15 bis 20 Prozent zunehmen. 2005 hatte es um 18 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zugelegt. Die Bahn wolle eine Eigenkapitalrendite von zehn Prozent bis 2007 erreichen. Der Bahnchef beklagte die stark gestiegenen Stromkosten. Wenn sich diese Tendenz fortsetze, werde sich das auf die Bahnpreise niederschlagen, warnte er.

Angesichts der politischen Diskussion darüber, ob die Bahn mit oder ohne Schienennetz an die Börse gebracht werden soll, gab sich Mehdorn zuversichtlich, dass diese einschließlich Schiene erfolgen werde. "Ich glaube fest daran, dass die Fakten siegen werden", fügte er hinzu. Grundsätzlich gebe es zu einer Privatisierung keine Alternative, sagte er mit Blick auf Äußerungen der Eisenbahngewerkschaft, dass das Unternehmen im Falle einer Aufspaltung der Bahn vom Börsengang absehen solle.

Die Politik bewertete die Zahlen äußerst kritisch. Mit Blick auf ein Gutachten, dass ein Betriebsergebnis von rund 2,4 Milliarden Euro für einen Börsengang voraussetzt, sei "noch viel zu tun", sagte der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer. Dem schloss sich auch der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich an. "Die Ergebnisse für 2005 liegen weit unter den Ende 2003 geplanten Zahlen", kritisierte der Bundestagsabgeordnete. Die Ziele seien Ende 2004 massive nach unten korrigiert worden.
©ddp



Baupreise im Februar gestiegen

31.03.2006 Bauherren müssen wieder tiefer in die Tasche greifen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes stieg der Baupreisindex für Wohngebäude im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5 Prozent. Der Index für gewerbliche Betriebsgebäude erhöhte sich im gleichen Zeitraum um ein Prozent, wie das Amt am Freitag in Halle mitteilte.
Während die Preise für Arbeiten im Rohbau bei Ein- und Zweifamilienhäusern gegenüber dem Vorjahr stagnierten, erhöhten sie sich im Ausbau um 0,9 Prozent. Bei Bürogebäuden blieben die Preise für den Rohbau gegenüber dem Vorjahresmonat gleich. Die Ausgaben für den Ausbau erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 1,2 Prozent.

Bauleistungen im Straßenbau verteuerten sich binnen Jahresfrist um 0,9 Prozent. Die Preise für Schönheitsreparaturen in Wohnungen sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent.
©ddp



Keine Exklusiv-Gespräche

31.03.2006 Die Deutsche Telekom verhandelt bei der Suche nach einem Kooperationspartner für die Ausstrahlung der Bundesliga über das Internet nicht nur mit dem Bezahlfernsehsender Premiere. Auch mit dem Deutschen Sportfernsehen (DSF), einer Tochter von EM.TV, befinde sich die Telekom derzeit in Verhandlungen, hieß es am Freitag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen.
Die Telekom muss mit einem TV-Sender bei der Ausstrahlung von Bundesliga-Fußball zusammenarbeiten, weil es als unwahrscheinlich gilt, dass sie aufgrund des hohen Staatsanteils eine Sendelizenz bekommen würde. Diese benötigt die Telekom aber auch, wenn sie Spiele live im Internet ausstrahlt, um so mehr Kunden für DSL-Anschlüsse zu gewinnen. Die "Financial Times Deutschland" hatte am Freitag berichtet, dass sich die Telekom und Premiere auf wesentliche Eckpunkte einer Zusammenarbeit verständigt hätten.

Die Chancen für EM.TV, zum Zuge zu kommen, seien aber gegenwärtig genau so hoch, verlautete aus den Kreisen. Eine Kooperation mit der Telekom könnte für Premiere die letzte Chance darstellen, auch ab der kommenden Saison noch Live-Bundesliga-Fußball zu zeigen. Der Pay-TV-Rechteinhaber Arena, der Premiere im Dezember beim Bieterwettstreit ausgestochen hatte, hat mehrfach bekräftigt, mit Premiere nicht über eine Sublizenz zu sprechen.

Ein Premiere-Sprecher bestätigte Verhandlungen zwischen dem Bezahlfernsehsender und der Telekom. EM.TV-Vorstandsmitglied Rainer Hüther sagte auf Anfrage lediglich: "Wir bündeln unsere Kompetenz in den Bereichen Sportredaktion und Produktionsdienstleistung. Diese können wir Rechteinhabern anbieten." Zu den Spekulationen über eine Zusammenarbeit mit der Telekom wollte er sich darüber hinaus nicht äußern.
©ddp


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